Menschenrechte in Deutschland, Europa und der Welt

Bür­ger­li­che und poli­ti­sche Men­schen­rech­te

Bauernkrieg_05Die Frei­heits­rech­te und Abwehr­rech­te sind die „klas­si­schen“ libe­ra­len Men­schen­rech­te, die lan­ge Zeit die Dis­kus­si­on der Men­schen­rech­te im christ­lich-west­li­chen Kul­tur­kreis mit ihrer libe­ral-rechts­staat­li­chen Grund­rechts­theo­rie bestimm­ten. Dem­ge­mäß fin­den sich auch in vie­len Ver­fas­sun­gen west­li­cher Staa­ten über­wie­gend Garan­ti­en die­ser Frei­heits- und Abwehr­rech­te ihrer Bür­ger.

Im Bereich der Frei­heits- und Abwehr­rech­te zählt heu­te nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung zum Kanon der Men­schen­rech­te:

  • als all­ge­mei­ne Prin­zi­pi­en:
    • der All­ge­mei­ne Gleich­heits­satz,
    • die sta­tus­un­ab­hän­gi­ge Gel­tung der Men­schen­rech­te für alle Men­schen in allen Staa­ten
  • als Per­sön­lich­keits­rech­te:
    • die Men­schen­wür­de,
    • das Recht auf Leben,
    • das Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit
    • das Ver­bot von Fol­ter sowie von ent­wür­di­gen­der oder ernied­ri­gen­der Behand­lung
    • die Aner­ken­nung jedes Men­schen als Rechts­per­son,
    • der Schutz von Ehe und Fami­lie, ein­schließ­lich des Rechts auf Ehe­schlie­ßung;
    • das Asyl­recht,
    • das Recht auf Staats­an­ge­hö­rig­keit und
  • als Frei­heits­rech­te:
    • das Recht auf per­sön­li­che Frei­heit und Sicher­heit,
    • die all­ge­mei­ne, nur durch Gesetz beschränk­ba­re Hand­lungs­frei­heit
    • das Ver­bot von Skla­ve­rei und Leib­ei­gen­schaft,
    • das Recht auf Frei­zü­gig­keit und die Rei­se­frei­heit
    • der Schutz der Pri­vat­sphä­re, ein­schließ­lich
      • der Unver­letz­lich­keit der Woh­nung;
      • des Brief­ge­heim­nis­ses und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­heim­nis­ses;
    • das Recht auf Eigen­tum,
    • das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung,
    • die Reli­gi­ons­frei­heit,
    • die Gedan­ken­frei­heit und Gewis­sens­frei­heit;
    • die Ver­samm­lungs­frei­hei,
    • die Ver­ei­ni­gungs­frei­heit;
    • die Berufs­frei­heit und
    • die Infor­ma­ti­ons­frei­heit;
  • als jus­ti­zi­el­le Men­schen­rech­te:
    • der Anspruch auf wirk­sa­men Rechts­schutz bei Rechts­ver­let­zun­gen (Jus­tiz­ge­wäh­rungs­an­spruch),
    • der Anspruch auf ein fai­res, öffent­li­che Ver­fah­ren vor unab­hän­gi­gen, unpar­tei­ischen Gerich­ten mit gesetz­li­chen Rich­tern
    • der Anspruch auf recht­li­ches Gehör („Audia­tur et alte­ra pars“)
    • die rechts­staat­li­chen Garan­ti­en:
    • das Ver­bot von Fol­ter oder grau­sa­mer, unmensch­li­cher Behand­lung,
    • das Ver­bot will­kür­li­cher Ver­haf­tung oder Aus­wei­sung.